Lesekreis der AG Sprache und Politik

Einführung zum Lesekreis

Hier ist der Überblick zum aktuellen Thema und zu den zurückliegenden Themen des Lesekreises, einschließlich Informationen und Lektürehinweisen.


Einladung zum aktuellen Thema

Montag, 19.10.2015, 18:30-20:00 im Attac-Treff

Thema:  "Selbst Denken - Eine Anleitung zum Widerstand"

Unter diesem Titel hat Harald Welzer ein >Buch veröffentlicht, das Silvia im Lesekreis vorstellen wird. Welzer beschreibt, wie wir die "Logik der Selbstausrottung" (Rudolph Bahro) durch unsere stetig wachsenden Konsumbedürfnisse antreiben. Ein Kernsatz im Buch: "Es könnte sein, dass der heutige Totalitarismus ausgerechnet im Gewand der Freiheit auftritt: in jedem Augenblick alles haben und sein zu können, was man haben und sein zu wollen glaubt."

Trotz aller Einschläge in Umwelt, Finanzwelt und sozialen Leben, werden mit einem grenzenlosen "Extraktivismus" die letzten Ressourcen aus der Erde geholt, und es wird vollkommen ignoriert, dass in einer endlichen Welt kein unendliches Wachstum möglich ist. Er betont dabei unsere eigene tägliche Verantwortung in diesem Wettlauf.

Wir empfehlen, schon im Voraus einen >Auszug aus Welzers Buch zu lesen (Datei nur für den Bildschirm, nicht zum Drucken geeignet!). Außerdem bieten sich mehrere Artikel über dieses Buch zur Lektüre an (nachfolgend in Kurzform mit Link zitiert): Offener Brief an Welzer (Freitag); Welzer im Interview (#Berliner Zeitung #Tagesspiegel #taz); Welzer: Selbst Denken (FAZ); Welzer: Man kann eh nichts ändern? (Zeit online)

Alle Interessenten sind herzlich zu unserer Diskussion eingeladen!

 

Zurückliegende Themen im Überblick


21.09.15 - 'Refugees' statt 'Flüchtlinge'? Signalworte der politischen Debatte
17.08.15 - Wie funktioniert Propaganda in Demokratien?
06.07.15 - Thema:
Gerechtigkeit als Markenzeichen
- womit punkten INSM und SPD?
15.06.15 - Thema:
Kontroverse Argumentationsmuster in der Ukrainedebatte
18.05.15 - Thema:
Die Märkte - eine kritische Diskursanalyse
27.04.15 - Thema: Verborgenene Denkmuster - Gaucks Rede über "Internationale Konfliktlösung"

16.03.15 - Thema: Wie kommen politische Ansichten zustande?
16.02.15 - Thema: Metaphern können töten - die heimliche Macht politischer Sprache
19.01.15 - Thema: Brzezinski - Strategie und Rhetorik der 'neuen Weltordnung'
24.11.14 - Thema:
Globalesisch oder was?
15.09.14 - Thema: Propaganda - PR in der Demokratie
19.05.14 - Thema:
Tote, künstliche und lebendige Weltsprachen

14.04.14 - Thema: Kriegsrhetorik
17.03.14 - Thema: Sprache und nationale Identität - ein historischer Exkurs
17.02.14 - Thema: Utopie statt Sachzwang oder auch: Utopie und Wachstum?
16.12.13 - Thema: "Idylle" und "Utopie" im Rahmen der Sprache politischer Alternativen

18.11.13 - Thema: Halbzeit bei der Auswahl des Anglizismus 2013
19.08.13 - Thema:
Erwartbare Zukunft
17.06.13 - Thema: Denkfiguren
15.04.13 - Thema:
Unwörter-Debatte

18.03.13 - Thema: Initiative "Umfairteilen" und Öffentlichkeitsarbeit
18.02.13 - Thema:
Was bedeutet 'umverteilen'?
21.01.13 - Thema: Das sprachliche Begriffsfeld politischer Alternativen
19.11.12 - Thema:
Rhetorik der Arbeitsmarktreform
15.10.12 - Thema: Neuverteilung von Chancen?
17.09.12 - Thema: "Schöne neue Arbeitswelt"
18.06.12 - Thema: Allmende, Commons, Gemeingüter
21.05.12 - Thema: Das "Idiotenspiel"
16.04.12 -
Thema: Bildungschancen in Deutschland
19.03.12 - Thema: Sag's auf Deutsch!
22.02.12 - Thema: Ist 'Krieg' noch tabu?
16.01.12 - Thema: Bildungs-Neusprech
21.11.11 - Thema: Kinder als Vermögen?
24.10.11 - Thema: Schlagwörter der aktuellen Bildungspolitik
19.09.11 -
Thema: Sprache in Europa
18.07.11 - Thema: Redekunst als Mittel der Kritik
20.06.11 - Thema: Abschied vom Wachstumszwang
16.05.11 - Thema: Schlagwörter der EU-Wirtschaftspolitik
18.04.11 - Thema: Wut- und Mutbürger


Informationen zu den zurückliegenden Themen

 

21.09.2015 'Refugees' statt 'Flüchtlinge'? Signalworte der politischen Debatte

'Flüchtlingswelle', 'Refugees', 'Völkerwanderung': In der aktuellen Flüchtlingsdebatte wird mit Sprache Stimmung gemacht. Unsere Wortwahl bei dem Thema verrät viel über unsere politische Haltung. Zu diesen Aspekten der Flüchtlingsdebatte ist ein anregender Artikel in der WELT erschienen, den wir im Lesekreis diskutieren wollen: Matthias Heine: Warum Flüchtlinge jetzt oft "Refugees" heißen. Die Welt v. 24.08.15 (Artikel)


17.08.2015  Wie funktioniert Propaganda in Demokratien?

Propaganda gab es schon im alten Rom - wie funktioniert sie in modernen Demokratien? Propaganda lebt von Mythen - wer wirkt an deren Schöpfung und Erhaltung mit? Propaganda wird durch Kungelei von Politik und Journalismus befördert - können 'vielstimmige' Medien eine Alternative bieten?
Diese und weitere Fragen wirft ein aktueller Artikel über Propaganda auf, den wir im Lesekreis diskutieren wollen:
Gero von Randow. Wir sind umzingelt. Im Zeitalter der Massenmedien nutzen Herrscher Propaganda stärker denn je – auch in Demokratien (Zeit No 30/2015  - www.zeit.de/propaganda)

06.07.2015  Gerechtigkeit als Markenzeichen - womit punkten INSM und SPD?

Als die gegenwärtige Bundesregierung gewählt wurde, war 'Gerechtigkeit' ein Schlüsselwort der politischen Diskussion. Selbst von neoliberaler Seite kamen Wortmeldungen, insbesondere vom Institut für Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). "Gerecht ist, was Chancen schafft, Leistung belohnt und verbindlich Regeln garantiert", heißt es in seinem ->Positionspapier. Als aktuelles Pendant findet sich auf der Webseite der SPD-Fraktion das ->Projekt "Zukunft: #NeueGerechtigkeit". Was wird hier unter Gerechtigkeit verstanden? Wieweit unterscheidet sich das Konzept der SPD von dem des INSM? Aufschlüsse hierüber geben sprachliche Signale: Begriffe, Wendungen, Bilder und Argumente. Wir wollen sie im Lesekreis gemeinsam aufspüren und diskutieren. Als zusätzliche Lektüre empfehlen wir einen Text des neoliberalen Ökonomen Hayek, der sich vehement gegen Gerechtigkeit ausspricht: die ->Schlussfolgerungen aus seinem Buch (1979) "Recht, Gesetz und Freiheit".

15.06.2015  Kontroverse Argumentationsmuster in der Ukrainedebatte

Im vorigen Lesekreis hat Stefanie Kretzschmar ein Modell kritischer Diskursanalyse vorgestellt, mit dem sich politische Texte untersuchen lassen. Diesmal wählen wir ein aktuelles Thema - die Ukrainekrise - und stellen dazu zwei Reden aus der Bundestagsdebatte v. 19.3.15 gegenüber: die Regierungserklärung von Angela Merkel und die Stellungnahme von Sahra Wagenknecht. Wir wollen erkunden, mit welchen sprachlichen Mitteln sie ihre jeweiligen Positionen ins Feld führen. Die beiden Redebeiträge sind für unseren Lesekreis in einer PDF-Datei zusammengestellt (bitte möglichst vorher lesen und in einem Ausdruck mitbringen!). Sie können auch im Original nachgelesen werden: die Regierungserklärung der Bundeskanzlerin und das Plenarprotokoll zur Bundestagssitzung (mit Beitrag von Sahra Wagenknecht im Tagesordnungspunkt 4).


18.05.2015  Die Märkte - eine kritische Diskursanalyse

Im kommenden Lesekreis wird Stefanie Kretzschmar ihre Masterarbeit über "Die Märkte und andere Konstruktionen" vorstellen. Darin hat sie ein Modell kritischer Diskursanalyse entwickelt, um zu untersuchen, wie die Finanzkrise in politischen Diskussionen konstruiert wurde und welche Werte, Einstellungen etc. diese Konstruktionen bedingen. Texte von Parteien der Regierung und Opposion sowie von Interessenvereinigungen (u.a. Attac) sind in diese Analyse einbezogen.
Vorab können sich alle Interessenten die zusammenfassende Präsentation der Masterarbeit und einen Auszug speziell zu "Narrationen der Krise" ansehen. Auch die komplette Masterarbeit ist zugänglich.
PS: Erkenntnisse zur Sprache von Attac sind in einem Faltblatt zusammengestellt.


27.04.2015  Verborgenene Denkmuster - Gaucks Rede über "Internationale Konfliktlösung"  

Im letzten Lesekreis haben wir uns über 'politische Deutungsrahmen' unterhalten, ausgehend von George Lakoffs Buch "Auf leisen Sohlen ins Gehirn". Im Kapitel 6 "Politisches Framing" erklärt er, dass unbewusste Deutungsrahmen (Frames) darüber bestimmen, wie wir Tatsachen oder Argumente bewerten.
Unsere Frage ist nun, welche Deutungsrahmen sich hinter politischen Botschaften verbergen. Dazu wollen wir uns eine aktuelle Rede von Joachim Gauck vornehmen: "Experten für den Frieden – Deutschlands ziviler Beitrag zur internationalen Konfliktlösung", gehalten am 10. Februar 2015 (vgl. http://www.bundespraesident.de/).
Aufschlussreich als Hintergrund dürfte das Strategiepapier "Neue Macht – Neue Verantwortung" (2012/13) sein, in dem "Elemente der deutschen Sicherheits- und Außenpolitik für eine Welt im Umbruch“ umrissen werden (Text in PDF).


16.03.2015  Wie kommen politische Ansichten zustande?

Noch einmal greifen wir zu dem anregenden Buch von George Lakoff "Auf leisen Sohlen ins Gehirn". Im Kapitel 6 "Politisches Framing" wird offenbar, dass unbewusste Deutungsrahmen (Frames) darüber bestimmen, wie wir Tatsachen oder Argumente bewerten. Warum z.B. kommt der Begriff 'Steuererleichterungen' so gut an? Hier spielen sprachliche Muster ('von einer Last befreien') und politische Grundansichten ('Leistung muss sich lohnen') hinein. Geschickt werden Deutungsrahmen in politischer Rhetorik vermittelt. Aber wie lassen sich gegenüber verfestigten Vorstellungen alternative Forderungen durchsetzen?
Mit diesen Fragen wollen wir uns im Lesekreis auseinandersetzen. Als Vorbereitung ist folgender Text in PDF verfügbar. Zusätzlich wollen wir Informationen über George Lakoff und weiter Erkenntnisse über Frames (Deutungsrahmen) heranziehen.


16.02.2015  Metaphern können töten - die heimliche Macht politischer Sprache

Mit den Worten "Metaphern können töten" begann ein Artikel von George Lakoff am Vorabend des Irakkrieges. Dem 'Denken in Metaphern' widmet der amerikanische Sprachwissenschaftler und Politikberater auch das erste Kapitel seines Buches "Auf leisen Sohlen ins Gehirn" (2008). Er erörtert, wie Metaphern, also bildhafte Ausdrucksweisen, ins Gehirn gelangen und unser Denken und Handeln bestimmen. Seine These stützt sich auf Erkenntnisse der kognitiven Wissenschaft.
Lakoffs Buch wirft Fragen auf. Welche Metaphern bestimmen heute den politischen Diskurs? Wie wirken Metaphern insbesondere in der gegenwärtigen Kriegsrhetorik? Was kann die Friedensbewegung dagegensetzen? Als Vorbereitung auf diesen Lesekreis ist folgender Text in PDF verfügbar.

Zusätzlich zum Haupttext wollen wir Hintergrundinformationen über George Lakoff und das Wesen von Metaphern heranziehen.

19.01.2015  Brzezinski - Strategie und Rhetorik der 'neuen Weltordnung'

Brzezinski ist seit vielen Jahren, bis heute, Berater amerikanischer Regierungen. In seinem Buch "Die einzige Weltmacht: Amerikas Strategien der Vorherrschaft" (1998) beschreibt er ganz unverstellt eine Neue Weltordnung unter Führung der USA [Link]. Für die Diskussion im Lesekreis haben wir speziell das Kapitel 2 "Das eurasische Schachbrett" ausgewählt (S.53-76)

Zusätzlich zu diesem Haupttext sind auch folgende aktuelle Äußerungen von und über Brzezinski interessant: Das wahre Große Schachbrett und die Profiteure des Kriegs. Von Peter Dale Scott. Januar 3rd, 2014 [Beitrag] und Kommentare der Freitag Community: Fragmente einer Sicherheitskonferenz 2014 [Kommentar1] [Kommentar2]. Weitere Informationen zu diesem Thema: Beitrag über Zbigniew Brzezinski in Wikipedia

24.11.2014  Globalesisch oder was?

Wir wollen über das Buch "Globalesisch oder was?" von Jürgen Trabant (2014) diskutieren, das André in unserer AG-Beratung am 3.11.14 eingeführt hat.


15.09.2014 Propaganda - PR in der Demokratie

Wir werden uns mit Fragen der Öffentlichkeitsarbeit (PR), ausgehend von Edward Bernays ("Vater der PR") und seinem Buch "Propaganda" (1928), bis hin zu den heutigen Manipulationstechniken beschäftigen.
Zur Lektüre liegen uns zwei Texte aus dem Buch "Propaganda" vor: Kap.1 und Kap.2 - bitte ausdrucken und möglichst schon vor dem Treffen lesen!
Weitere Empfehlungen zu diesem Thema:
> Edward Bernays in Wikipedia
> "PR ist nur ein Euphemismus für Propaganda" in Junge Welt v. 7.8.14


19.05.2014 Tote, künstliche und lebendige Weltsprachen

In einem vorangegangenen Lesekreis (17.3.14) haben wir den Zusammenhang von Sprache und Nation erörtert. Als Gegenstück dazu wollen wir uns diesmal den Weltsprachen zuwenden, und zwar wieder in historischer Perspektive: Wozu sind Weltsprachen da? Wann ist eine Sprache eine Weltsprache? Was leistete das frühere Latein als Lingua franca? Auf welche Idee geht Esperanto zurück? Wie hat sich Englisch zur Weltsprache entwickelt? Hat "Globisch" eine Chance? Und wer lenkt das Weltenglisch? Diese Fragen zu toten, künstlichen und lebendigen Weltsprachen sollen unsere Diskussion leiten. Wir greifen dabei auf Auszüge aus dem Buch von Karl-Heinz Göttert "Abschied von Mutter Sprache - Deutsch in Zeiten der Globalisierung" (2013) zurück (Buch-Info].

14.04.14 Kriegsrhetorik

Auf Anregung von Silvia wollen wir Aspekte der Kriegsrhetorik in der aktuellen Politik erörtern. Dazu liegen uns zwei Texte aus ganz unterschiedlicher Sicht vor:
Ulrich Rippert: "Die Wiederkehr des deutschen Militarismus"
https://www.wsws.org/de/articles/2014/02/06/pers-f06.html
Felix Dachsel: "Krieg ist Pop"
http://flxdax.wordpress.com/2013/09/14/krieg-ist-pop/
Ulrich Rippert warnt vor einer erneuten Kriegsgefahr. In diesem Zusammenhang sind solche Erklärungen der Bundesregierung im letzten Monat zu verstehen, dass es mit der militärischen Zurückhaltung nun endgültig vorbei sei und dass "Deutschland zu groß und zu wichtig" sei, um "die Weltpolitik von der Außenlinie zu kommentieren". Und von Felix Dachsel erfahren wir, dass die Vorbereitung auf einen Krieg wie ein Pop-Song komponiert wird. Die Erzählung muss eingängig wie ein Sommerhit sein und sehr emotional, damit ihn jeder mitsingt.
Mehr zu unserem Thema ist im Internet unter "Kriegsrhetorik" von Günther Gugel (Institut für Friedenspädagogik, Tübingen) zu finden.

17.03.14 Sprache und nationale Identität - ein historischer Exkurs

Unsere diesjährige Lesekreis-Reihe zur "Sprachenpolitik in Europa" wollen wir mit Fragen zu unserer eigenen Sprache eröffnen. Wie wichtig ist die deutsche Sprache für unser Land? Welche Rolle spielt sie für die nationale Identität? Woher kommt die gedankliche Verbindung von 'Sprache' und 'Nation'?
Diesen Fragen werden wir in einem historischen Exkurs über die Herausbildung des Hochdeutschen, die Ursprünge des Sprachnationalismus und die Haltung zur ehemaligen Weltsprache Französisch nachgehen.
 Als Lektüre nutzen wir Auszüge aus dem Buch von Karl-Heinz Göttert "Abschied von Mutter Sprache - Deutsch in Zeiten der Globalisierung", 2013 (Buch-Info].

17.02.14 Utopie statt Sachzwang oder auch: Utopie und Wachstum?

Im Rahmen unserer Zuwendung zu einer Sprache der politischen Alternativen haben wir uns das letzte Mal mit zwei klassischen Alternativen beschäftigt: Idylle und Utopie.
Daran schließt nun ein Text von Elmar Altvater an [AltvaterUtopie] - mit der Untersuchung eines interessanten Aspektes, nämlich des Bezugs der Utopie zur Knappheit der Ressourcen. Zum einen trifft das einen zentralen Spannungspunkt der Entgegensetzung von Idylle und Utopie, zum anderen ist es eine äußerst aktuelle Fragestellung, wenn wir an den wachstumskritischen Diskurs und z.B. DeGrowth im Herbst in Leipzig denken.

16.12.2013 "Idylle" und "Utopie" im Rahmen der Sprache politischer Alternativen

Im Rahmen unserer Zuwendung zu einer Sprache der politischen Alternativen, schlage ich zwei Stichworte vor, die meines Erachtens als zwei Nägel dienen könnten, an denen sich das Gemälde politischer Alternativen aufhängen lässt. Das heißt zugleich, dass die Nägel selbst noch wenig von sich her machen. Deshalb ergänze ich sie um einige Materialien, die der weiteren Ausgestaltung dienen könnnen.
Die beiden Stichworttexte sind sozusagen Pflicht, aber vom Umfang her auch leicht zu bewältigen:  <Utopie.pdf> und  <Idylle.pdf>

18.11.2013 Halbzeit bei der Auswahl des Anglizismus 2013

Aussichtsreiche Vorschläge für den Anglizismus dieses Jahres reichen von Big Data über Fingerprint und No-Spy-Abkommen bis zum schon 2010 nominierten Whistleblower. Ausgewählt werden sie von einer Jury unter Leitung des Sprachwissenschaftlers Anatol Stefanowitsch, der auch zu den Herausgebern des bekannten 'Sprachlog' (www.sprachlog.de) gehört. Seinen 'Halbzeitbericht' zur Nominierung, die aktuelle Liste der vorgeschlagenen Anglizismen sowie die Auswahlkriterien für den 'Anglizismus des Jahres' wollen wir im Lesekreis diskutieren. Für unsere Diskussion kann folgende ->Zusammenstellung heruntergeladen werden.Vor allem wird es anregend sein, die Initiative des Teams um Anatol Stefanowitsch mit der Herangehensweise des Vereins Deutsche Sprache (Anglizismenindex) und mit unseren eigenen Bestrebungen (Anglizismenreihe im Forum) zu vergleichen. Spezielle Informationen sind hier zu finden: sprachpol.wordpress.com/anglizismen/einblick/

19.08.2013 Erwartbare Zukunft

Harald Welzer hat die Stiftung Futurzwei gegründet, um alternative Gedanken in die Welt zu bringen. Im Gespräch mit Jakob Augstein (Freitag-Salon) wirbt er dafür, die Demokratie wieder als ein Anliegen aller zu begreifen. Dabei geht es um alternative Formen des Lebens und Wirtschaftens, die zugleich neue Begriffe erfordern bzw. hervorbringen. Wir wollen dieses Gespräch in unserem Lesekreis diskutieren. Es ist unter dem Titel "Überall Entpolitisierung" im Freitag v. 27.6.2013 erschienen (Text in PDF).

17.06.2013 Denkfiguren

"Diskurse und Ideologien der Ungleichheit" - das war das Thema eines Workshops auf dem Kongress "Umverteilen" (24.-26.5.13 in Berlin). Im Workshop sprach Beat Ringger vom Denknetz (Schweiz) über 'Denkfiguren' im Sinne von Argumentationszusammenhängen. Er erörterte unter diesem Aspekt die Forderung nach Umverteilung und stellte die Frage, ob nicht 'Rückverteilung' konsequenter wäre. Wir wollen diese Diskussion um 'Denkfiguren' und Umverteilung in unserem Lesekreis aufgreifen.   Als Lektüre nutzen wir den Aufsatz von Beat Ringger "Wie wirken Ideologien? Die Magie der Denkfiguren" (Beitrag im Denknetz Jahrbuch 2005): www.denknetz-online.ch/IMG/pdf/ringger_ideologie.pdf

 

15.04.2013 Unwörter-Debatte

Seit längerem wird das "Unwort des Jahres" gekürt, und soeben ist eine "Liste der sozialen Unwörter" von der Nationalen Armutskonferenz (nak) erschienen. Sie reicht von 'alleinerziehend' über 'sozial Schwache' bis zu 'Wirtschaftsflüchtlingen'. Es geht hierbei um Begriffe und Klischees, mit denen insbesondere arme Menschen in ihrer Lebenssituation falsch beschrieben, schlimmstenfalls sogar diskriminiert werden.
In einem streitbaren Artikel erörtert Magnus Klaue die Hintergründe für die Debatte über Unwörter. Sollte man diese "bösen Wörter" wirklich verbieten, so fragt er und argumentiert, dass man die Realität doch nicht einfach wegzaubern könne. Wir wollen diese Fragen in unserem Lesekreis aufgreifen.
Hier kann der Artikel von Magnus Klaue (einschließlich Kommentaren), erschienen im "Freitag" v. 7.3.13, heruntergeladen werden:
http://www.freitag.de/autoren/der-freitag/ein-armutszeugnis
Zusätzliche Lektüre: "Liste der sozialen Unwörter" von der Nationalen Armutskonferenz (nak)


18.03.2013  Beitrag zur Initiative "Umfairteilen!" und Gedankenaustausch zur Öffentlichkeitsarbeit (Projekttreffen)

(1) Diskussion eines kurzen Textes zum Thema "Umfairteilen!", der als eigenständiger Beitrag der AG zur Attac-Initiative gedacht ist. Entwurf zur Diskussion: "Umfairteilen!" – Geht es um Fairness oder Gerechtigkeit? (> Datei); Kommentar nach der Diskussion: Gerechtigkeit und Fairness (> Datei)
(2) Beratung darüber, wie wir unsere Projekte noch besser in die öffentliche Diskussion bringen können. Welche Möglichkeiten würde zum Beispiel ein eigener Blog der AG im Internet bieten? (> Entwurf: "Forum für Sprache und Politik" http://sprachpol.wordpress.com/)


18.02.2013  Was bedeutet 'umverteilen'?

Mit Protestaktionen kreisen gegenwärtig um das Schlagwort 'umverteilen' oder 'umfairteilen'. Jeder glaubt zu wissen, worum es hierbei geht. Doch sehen wir uns die zahlreichen Aufrufe, Stellungnahmen und Konzepte genauer an, treten recht unterschiedliche Ansichten über die angestrebte 'Umverteilung' hervor. Fragen wir also ganz konkret: was soll wie von wem und für wen umverteilt werden, und wie wird bislang verteilt?
Im kommenden Lesekreis wollen wir ausgewählte Texte zu diesem Thema gemeinsam analysieren und herausfinden, was 'umverteilen' denn tatsächlich bedeutet bzw. bedeuten sollte. Diese Diskussion ist zugleich Bestandteil unseres neuen Projekts "sprachliche Reflexion von Vorstellungen zu gesellschaftlichen Alternativen". Die Textauswahl für den Lesekreis kann hier heruntergeladen werden.

21.01.2013  Das sprachliche Begriffsfeld politischer Alternativen (Projekttreffen)

In unserer letzten AG-Beratung (3.12.12) haben wir über ein neues Feld unserer sprachkritischen Betätigung - die sprachliche Formulierung gesellschaftlicher Alternativen - gesprochen. In der Einführung (-> Projektskizze) wurde unter anderem unterschieden zwischen traditionellen Begriffen dieses Feldes (z.B. Solidarität), aktuellen (z.B. Emanzipation) und solchen, die von verschiedenen Seiten besetzt werden wollen (z.B. Zivilgesellschaft).
Jetzt wollen wir uns als ersten Schritt zur Realisierung damit beschäftigen, einen Rahmen für unsere gemeinsamen Bemühungen zu bestimmen, indem wir einschlägige Begriffe bestimmen und in Beziehung setzen, um dann letzlich zu einer arbeitsteiligen Gliederung zu kommen.

19.11.2012  Rhetorik der Arbeitsmarktreform

Mit immer neuen Schlagwörtern wird bundesdeutsche Arbeitsmarktpolitik betrieben. Von den 'Hartz-Reformen' unter der rot-grünen Koalition bis hin zur 'Instrumentenreform' der gegenwärtigen Regierung reichen die rhetorisch verbrämten Einsparmaßnahmen, während die 'Liberalisierung' des Arbeitsmarktes neue Kategorien geringfügiger Beschäftigung mit sozialen Risiken, wie z.B. 'Minijobs', hervorbringt. Den Fach- und Führungskräften wird auferlegt, sich durch 'Selbstoptimierung' auf den Wandel im Charakter der Arbeit einzustellen.
Zu dieser Thematik wollen wir im Lesekreis drei Beiträge für das Neusprech-Glossar diskutieren, das von der AG Sprache und Politik herausgegeben wird.

15.10.2012 Neuverteilung von Chancen?

Unter dem Titel "Arm und Reich: So kommen wir wieder zusammen" plädiert Uwe Jean Heuser (Die Zeit v. 27.9.2012) für eine "Agenda 2020", mit der die Aufstiegschancen für die unteren Schichten von Geringverdienern und Arbeitslosen befördert werden sollen.
Artikel: http://www.zeit.de/2012/40/Agenda-2020-Jobs-Arbeitsmarkt
Diesen Entwurf zur "Neuverteilung von Chancen", in dem linke Forderungen mit wirtschaftsliberalen Ideen verquickt sind, wollen wir gemeinsam analysieren: Kündet die angedachte "Agenda 2020" von einem Umdenken in herrschenden Kreisen Deutschlands?

17.09.2012 "Schöne neue Arbeitswelt"

Wo Bürokratie war, ist nun 'Controlling', 'Screening', 'Signalling' - der 'Managerismus' hält Einzug in die Arbeitswelt. Ausgehend von dem Artikel "Innerlich gekündigt" (Ulrike Baureithel im Freitag v. 14.6.12) wollen wir uns mit neuen Konzepten und Begrifflichkeiten im Arbeitsleben auseinandersetzen. Hier ist die anregende Lektüre dazu:
http://www.freitag.de/autoren/ulrike-baureithel/innerlich-gekundigt
(Kopie des Artikels als PDF-Datei)
Außerdem sei der Film "Work hard - play hard" empfohlen, der die 'neue Arbeitswelt' eindrucksvoll und zugleich beklemmend vor Augen führt bzw. zu Gehör bringt.

18.06.12 Allmende, Commons, Gemeingüter

Mit dem Begriffsfeld "Allmende, Commons, Gemeingüter" wollen wir uns beim nächsten Lesekreis beschäftigen. Aktueller Anlass und Diskussionsaufhänger sind ein Text von Klaus zu unserer Reihe "Sag's auf Deutsch" und ein
von Sabine entdeckter Text im Freitag, der die Aktualität dieser fast schon vergessen geglaubten Begriffe belegt.
In der Tat gibt es derzeit eine Flut von Büchern und Veranstaltungen zu dieser Thematik und der Begrifflichkeit, in der einige sogar das Paradigma für ein neues Gesellschaftsmodell sehen. Grund genug also, zumindest mal einen Blick darauf zu werfen.
Lektüre zum Thema: Erläuterung zur Allmende und Freitag-Artikel "Allmende ist das neue Buzzword" (vgl. auch Wochenthema v. 31.5.12: Neue grüne Welle").

21.05.12 Das "Idiotenspiel" oder: Was treibt die neoliberale Gesellschaft?

Es ist zweifellos ein Skandal, dass die Gehälter der Spitzenmanager explodieren, während die Reallöhne schrumpfen. Doch was vermag die Forderung nach mehr 'Verteilungsgerechtigkeit' dagegen auszurichten? Wie kann ein unheilvolles Spiel, das systematisch Gewinner und Verlierer erzeugt und für alle Beteiligten letztlich selbstzerstörerisch wirkt, gestoppt werden?
Mit diesen Fragen setzt sich der Artikel "Idiotenspiel" von Hartmut Rosa (Soziologieprofessor an der Universität Jena) auseinander. Nicht nur seine Ideen, auch die gedanklichen Bilder und sprachlichen Mittel seiner Argumentation werden wir in unserem Lesekreis erörtern.
Hier kann der Artikel, erschienen in der "Le Monde diplomatique" v. 13.4.12, aus dem Netz heruntergeladen werden:
http://www.monde-diplomatique.de/pm/2012/04/13.mondeText.artikel,a0025.idx,3

16.04.12 Unerträglich ungerecht - Bildungschancen in Deutschland

Die Bertelsmann Stiftung hat eine Studie über Bildungschancen im Vergleich der deutschen Bundesländer herausgegeben. Der "Chancenspiegel" belegt die weit verbreitete Bildungsungerechtigkeit in Deutschland - keine neue Erkenntnis, aber diesmal überraschend aus dem Hause Bertelsmann. Welche Schlussfolgerungen legt die Studie nahe? Im Lesekreis wollen wir dazu einen Artikel von Christian Füller erörtern, der unter dem Titel "Unerträglich ungerecht" im Freitag (15.3.12) erschien und dort weitere Debatten auslöste:
http://www.freitag.de/datenbank/freitag/2012/11/unertr-glich-ungerecht/
Wie immer werden wir die aufgeworfenen Probleme und Lösungsansätze aus inhaltlicher und sprachlicher Sicht diskutieren. Vor allem interessiert uns hier der Begriff "Chancen" und dessen politische Ausdeutung ('Chancenspiegel' - 'Chancen(un)gleichheit' - 'Chancengerechtigkeit').
Mehr Informationen über die Bertelsmann-Studie sind in dem Artikel "Land der Bildungsabsteiger" (von Jeannette Goddar) in der Berliner Zeitung v. 15.3.12 oder auf folgender Webseite zu finden: http://www.fr-online.de/wissenschaft/bildungsstudie-land-der-bildungsabsteiger,1472788,11883960.html

19.03.12 Sag's auf Deutsch! Neue Ausgabe der Tipps für Attac-Texte

Die Inforeihe der Sprach-AG "Sag's auf Deutsch!"*) kommentiert Anglizismen oder Inter­nationalismen aus der aktuellen politischen Diskussion – als Handreichung und Anregung für die Öffentlichkeitsarbeit von Attac. Das erste Stichwort war 'Schuldenaudit' - zu Deutsch: 'Schuldenprüfung'. Jetzt kommen drei weitere Stichwörter mit den empfohlenen deutschen Entsprechungen hinzu: 'Austerität' - 'Sparkurs' (ergänzend zum Beitrag 'Austerität' in unserem Neusprech-Glossar), 'governance' - 'Herrschaft, Steuerung' und 'land grabbing' - 'Landraub'.
Worum geht es uns? Oft übernehmen Attac-Aktivisten aus der internationalen Debatte die englischen Schlagwörter, denn sie klingen griffig und wir­ken auch im deutschen Text markant. Doch was sie wirklich be­deuten, ist für Deutsche meist unklar. Deshalb empfiehlt es sich, die Bedeutung dieser Begriffe kritisch zu analysieren und treffende deutsche Entsprechungen zu finden. Unsere Inforeihe soll ein Beitrag dazu sein.
*) Anmerkung: Die Inforeihe wird seit 2013 unter dem Titel "Was heißt denn das? Anglizismen in der politischen Diskussion" weitergeführt (mehr dazu...).

22.02.12 - Ist 'Krieg' noch tabu? Wie das Militärische in unsere Sprache eindringt

Ein Vorauskommando der Bundeswehr landete vor zehn Jahren in Afghanistan. Inzwischen gehört der Einsatz deutscher Soldaten nicht nur dort zum Alltag, sondern auch in ihrer Heimat: Krieg ist hierzulande zu einem Mittel der Politik geworden. Aber noch mehr: Ganz unbemerkt ist das Militärische in die Sprache und Rituale der Bundesrepublik eingedrungen.
Diese Zusammenhänge werden in einem Artikel über "Die Veteranen vom Hindukusch" (Fras/Schmale in Berliner Zeitung v. 30.12.11) kritisch beleuchtet. Mit den sprachlich-politischen Aspekten dieses Themas wollen wir uns un unserem nächsten Lesekreis auseinandersetzen. Der Artikel ist über folgenden Link zugänglich.

16.1.2012 - Bildungs-Neusprech

In deutsche Bildungseinrichtungen ist ein Schwall von Ausdrücken aus der Unternehmenssprache eingedrungen. Begriffe wie 'Kompetenzen', 'Standards' und 'Evaluationen' prägen zunehmend nicht nur den Redestil, sondern auch Denken und Handeln im Bildungsbereich.  Als 'Neusprech' - im Sinne von George Orwells 'Newspeak' - begleiten sie den neoliberalen Umbau von Bildungsprozessen und -laufbahnen. Selbst Forderungen nach einer breiteren Teilhabe an Bildung werden ökonomisch präsentiert – als 'Investition in Kinder'.
Zu dieser Thematik haben wir im Lesekreis zwei Beiträge für das Neusprech-Glossar der Sprach-AG diskutiert.
PS: Überarbeitete Beiträge siehe Thema "Bildungspolitik" (Bildungs-Neusprech/ Investition in Kinder) in der aktuellen Ausgabe des Neusprech-Glossars.

21.11.11 - Kinder als Vermögen? - eine Bildungsdebatte

Folgende Titelzeile erschien kürzlich in einer Wochenzeitung: "Wenn wir nicht schlauer in Kinder investieren, verschleudern wir ein Vermögen". Es war nicht die "Zeit", wie man vermuten könnte, sondern der "Freitag" (Nr. 37/11), der mit diesem Aufmacher einen höchst anregenden Artikel ankündigte. Der Autor, Felix Berth, stellt darin Überlegungen aus seinem gerade veröffentlichten Buch "Die Verschwendung der Kindheit. Wie Deutschland seinen Wohlstand verschleudert" vor. Hier ist der Artikel zu finden:
http://www.freitag.de/wochenthema/1137-doppelter-ertrag
(Text als PFD-Datei).
Wir wollen den Artikel in unserem nächsten Lesekreis diskutieren, anknüpfend an unsere vorangegangene Erörterung neoliberaler Tendenzen in der Bildungspolitik. Dabei interessiert uns - wie in jedem Lesekreis - vor allem der Zusammenhang von politischen Ideen und sprachlichen Mitteln: Mangelnde Fürsorge und Finanzen für Erziehung und Bildung sind ein gravierendes Problem, das sich nicht zuletzt in Jugendkrawallen und -kriminalität niederschlägt. Doch sind Kinder als eine "Investition" bzw. ein "Vermögen" zu betrachten, das es nicht zu "verschleudern" gilt? Geht mit solchen Formulierungen nicht der Sinn für Kindererziehung als Menschenrecht und gesellschaftliches Gut verloren?

24.10.11 - Schlagwörter der aktuellen Bildungspolitik

In den gegenwärtigen Auseinandersetzungen um neoliberale Vorstöße in der Bildungspolitik tauchen u.a. folgende Schlagwörter auf: das 'Bildungspaket' (ein Bündel von Maßnahmen der Regierungskoalition zur Bildungsförderung), die 'Bürgerschule' (Modell einer neuen Schule in 'freier Trägerschaft') und 'ökonomische Bildung' (als Gegenstand eines eigenständigen Faches 'Ökonomie').
Was sich hinter diesen Schlagwörtern verbirgt, soll im Lesekreis in drei Beiträgen für das Neusprech-Glossar erkundet werden, das von der AG Sprache und Politik herausgegeben wird.
PS: Überarbeitete Beiträge siehe Thema "Bildungspolitik" in der aktuellen Ausgabe des Neusprech-Glossars.  

19.9.11 - Sprache in Europa - Diskussion eines Beitrags aus Frankreich auf der Sommerakademie in Freiburg

Das Papier der Sprach-AG von ATTAC Lyon (Datei) stellt die Entwicklung von Sprachendominanz in Europa von der Antike bis heute dar, gibt Beispiele für sprachliche Missverständnisse und zeigt Alternativen auf vom Kapitalismus-freundlichen Weiter so bis hin zur Alternative Esperanto.
Als kompetenter Diskussionspartner wird uns Ortwin zur Verfügung stehen, der maßgeblich an der Vorbereitung und Gestaltung des betreffenden Seminars ("Politische Implikationen von Sprache – Sprache, Medien und Politik") auf der Sommerakademie in Freiburg beteiligt war.

18.7.11 - Thema: Redekunst als Mittel der Kritik - Diskussion eines Leitartikels über die 'europäische Kernschmelze'

In der Debatte um die Euro-Rettung ist ein Leitartikel im "Freitag" erschienen, der sich wie ein rhetorisches Duell liest: Schlag- und Hüllwörter der EU-Politik werden hier mit wortschöpferischer Kritik entlarvt und Visionen der EU in sprachlichen Bildern diskutiert. Ohne Zweifel eine reizvolle Lektüre - aber vermittelt sie auch neue Einsichten?
Lutz Herden über die europäische Kernschmelze: Warum Merkel und Sarkozy den geistigen Rückbau der EU nicht aufhalten können - Freitag v. 22.6.11, S. 1 (Netzversion des Artikels)
Im Lesekreis wollen wir uns mit diesem Text etwas genauer beschäftigen: Welche Schlagwörter der offiziellen EU-Politik sollen enthüllt werden ? Mit welchen sprachlichen Mitteln geschieht das? Was leisten Wortschöpfungen und sprachliche Bilder wie 'europäische Kernschmelze' und 'geistiger Rückbau'? Wird Herrschaftspolitik mit dieser Sprachkritik entzaubert oder neu verschlüsselt?
Aus der gemeinsamen Textanalyse können wir zugleich Anregungen für die Öffentlichkeitsarbeit von Attac gewinnen.


20.6.11 - Thema: Abschied vom Wachstumszwang - Aufbruch zum "guten Leben": Was vermittelt der Appell des Attac-Kongresses?

Der Attac-Kongress "Jenseits des Wachstums?!" (20.-22. Mai 2011) war ein großer Erfolg - nicht nur für die zahlreichen Teilnehmer, sondern auch in der Wirkung nach außen. Die  hauptsächlichen Botschaften des Kongresses sind in dem Flugblatt "Erklärung und Appell" festgehalten, das schon während des Kongresses auslag.
Wir wollen diesen Text gemeinsam lesen und uns dabei folgende Fragen stellen: Welche Zielgruppe soll erreicht werden? Wie verständlich sind die Botschaften? Welche Anregungen zum Denken und Handeln vermittelt der Appell?
Mit dieser Diskussion wollen wir sowohl die Erkenntnisse aus dem Kongress vertiefen als auch Einsichten für die Gestaltung von Texten in unserer politischen Arbeit gewinnen.
Erklärung und Appell der Vorbereitungsgruppe zum Kongress
http://www.jenseits-des-wachstums.de/index.php?id=8841
PS: Ergebnisse der Diskussion im Lesekreis sind in dem Arbeitsmaterial der Sprach-AG "Notizen zu Attac-Texten" erschienen.


16.5.11 - Thema: Schlagwörter der EU-Wirtschaftspolitik

Drei Schlagwörter beherrschen die gegenwärtige Wirtschaftspolitik der Europäischen Union: Stabilitätspakt, Euro-Rettungsschirm und Wettbewerbspakt. Was verbirgt sich hinter diesen Begriffen? Dieser Frage wollen wir in drei Beiträgen zu unserem Neusprech-Glossar nachgehen, die wir für den kommenden Lesekreis zur Diskussion stellen.
Neusprech-Glossar: attacberlin.de/ags/sprache/themen/neusprech-glossar/
PS: Die überarbeiteten Beiträge sind in der aktuellen Ausgabe des Neusprech-Glossars (10.6.11) erschienen.


18.4.11 - Thema: Wut- und Mutbürger

Wir wollen einen Artikel diskutieren, in dem jüngste Auftritte von 'Wutbürgern' und 'Mutbürgern' erörtert und Fragen nach gegenwärtigen Veränderungen der politischen Kultur in Deutschland aufgeworfen werden:
"Wut und Mut: Sterne, auf die wir schauen" von Helmut Däuble in "Freitag" v. 31.3.11 [http://www.freitag.de/1113-sterne-auf-die-wir-schauen]
In der Diskussion richtet sich unser Blick vor allem auf politische Schlagwörter und Kernbegriffe des Themas.