Die AG Finanzmärkte von attac Berlin lädt im ersten Halbjahr 2011 zu einer Veranstaltungsreihe ein:

Mo, 9. Mai

Film & Diskussion:

L´Argent ("Das Geld") - anschl. Diskussion mit "Die Spreeblüte"

18:00 Uhr, Kino Lichtblick, Kastanienallee 77

Die wirtschaftliche Entwicklung in der Türkei und Argentinien war auf einem gutem Weg, auch die kleinen Leute profitierten davon - bis zum großen Bankcrash 2002-2003. Eindrucksvoll werden im Film die betroffenen Bevölkerungsgruppen, aber auch Einzelschicksale dargestellt und der Umbruch in allen Facetten gezeigt - inklusive der Rolle von Weltbank und IWF (Internationaler Währungsfond). 

Durch den Zwang zur Privatisierung wurden zahlreiche ehemals gut funktionierende staatliche Betriebe stillgelegt, die Arbeitslosigkeit nahm rapide zu, ebenso die Obdachlosigkeit. Die Finanzkrise entzog der Bevölkerung den Zugriff zu Bargeld und Ersparnissen - es kam zum Schlimmsten: grundlegende Bedürfnisse  wie Nahrung, Kleidung und Gesundheit konnten mehr befriedigt werden. Die steigende staatliche Verschuldung führte zu einem einschneidenden Abbau der Infrastruktur, insbesondere in den Bereichen Schule und Gesundheit. Die Verelendung des unteren Mittelstandes, hungernde Kinder, statt Schulbesuch Zunahme der Kinderarbeit waren die Folge.

Im Film kommen unterschiedlich Betroffene, ErzieherInnen, LehrerInnen, Gewerkschafter, verarmte Kleinbauern, Arbeitslose, WissenschaftlerInnen, VertreterInnen von  Hilfsorganisationen zu Wort. Wie lässt sich die nackte Not zu überwinden, fragten sie sich, und wurden aktiv: Um der Abhängigkeit von den Banken und der jeweiligen Landeswährung zu entgehen,  demonstriert der Film am Beispiel von Argentinien und  den USA wie mit der Einführung von Tauschbörsen und einer eigenen lokalen Währung (sog. Regiogeld) durch die betroffene Bevölkerung die Sicherung der Grundbedürfnisse (Nahrung, Kleidung, Essen, Bildung, Gesundheit) wieder möglich wurde. Er zeigt auch, dass diese Eigeninitiativen den Menschen Selbstbewusstsein und Würde zurückgaben.

Nicht nur in diesen Ländern, auch vor unserer Haustür - in  Berlin - gibt es solche Kooperationsnetze für regionales Wirtschaften, wie z.B. das leistungsgedeckte Regiogeld "Spreeblüte", um den systemischen Wachstumszwang mit seinen verheerenden Folgen zu entkommen. 

Wir freuen uns, dass ein Vertreter der Öffnet externen Link in neuem FensterSpreeblüte, Theophil Wonneberger, mit seinem Expertenwissen sich anschließend der Diskussion stellt.

Moderation: Markus Henn (Attac/WEED).

Mo., 9. Mai / 18:00 Uhr
Kino Lichtblick
,
Kastanienallee 77, Berlin-Prenzlauer Berg

Ein Beitrag im Rahmen der Reihe Öffnet externen Link in neuem Fenster"Endlich Genug"


Mi., 11. Mai

Jan Priewe & Matthias Schmelzer:

Wirtschaft ohne Wachstum !??

19:00 Uhr, Restaurant Seerose, Mehringdamm 47

Zu den Präsentationen von Leitet Herunterladen der Datei einJan Priewe und Leitet Herunterladen der Datei einMatthias Schmelzer.

Klimawandel, Artensterben, Konflikte um knappe Ressourcen – das stetige Wirtschaftswachstum fordert Tribut. Gleichzeitig gelingt es seit Jahrzehnten nicht, aus der Massenarbeitslosigkeit herauszukommen – das Wachstum reicht nicht aus. Horrende Renditen und Konsum ohne Ende –  brauchen wir das alles wirklich? Wie wäre es, mal konsequent damit aufzuhören, wachsen zu müssen? Gar bewusst zu schrumpfen, damit alle Menschen so gut leben können wie wir? Dazu brauchen wir eine solidarische Postwachstumsökonomie, meint Matthias Schmelzer. Jan Priewe ist da skeptisch: Stagnierende Volkswirtschaften haben mit gewaltigen Problemen zu kämpfen. Nullwachstum oder gar Schrumpfung seien darum letztlich weder ökologisch noch sozial nachhaltig. Jan Priewe schlägt statt Nullwachstum eine andere Wirtschaftspolitik mit ökologischen Leitplanken vor.

Ein Streitgespräch mit

Jan Priewe, Professor für Volkswirtschaft an der HTW Berlin,

Matthias Schmelzer, organisiert für Attac den Kongress „Jenseits des Wachstums“.

Mi., 11. Mai / 19:00 Uhr
Restaurant Seerose
(Hinterzimmer),
Mehringdamm 47, Berlin-Kreuzberg

 


 

Mi, 18. Mai

Hansjörg Herr & Philipp Hersel:

Euroland am Abgrund - Perspektiven für die Währungsunion

19:00 Uhr, Max und Moritz, Oranienstr. 162

Es steht nicht gut um die europäische Währungsunion. Nach der Rettung der Banken lasten hohe Schulden auf den Mitgliedstaaten. Zur Vermeidung von Staatspleiten muss nun das europäische Vertragswerk in Windeseile umgeschrieben werden. Am deutschen Wesen soll der Euro genesen, meint die Kanzlerin und will Schuldenbremsen und Sparpakete vorschreiben. Die aggressive deutsche Wirtschaftspolitik steht dabei ebensowenig zur Debatte wie eine gemeinsam koordinierte Steuer- und Lohnpolitik.

Hansjörg Herr wird die Hintergründe der Eurokrise beleuchten, die Rettungspakete bewerten und Auswege aus dem Schlamassel vorstellen. Philipp Hersel wird erläutern, warum sowohl Länder, die über ihren Verhältnissen leben, als auch Länder, die unter ihren Verhältnissen leben, für krisenhafte Entwicklungen verantwortlich sind: Ein automatischer Öffnet externen Link in neuem FensterMechanismus zum Abbau von Ungleichgewichten müsse also her.

Referenten: 

Hansjörg Herr, Professor für Volkswirtschaft an der HWR Berlin,

Philipp Hersel, Mitglied der AG Finanzmärkte von Attac und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bundestag.

Mi., 18. Mai / 19:00 Uhr

Wirtshaus Max und Moritz (kleiner Saal im 1. OG),
Oranienstr. 162 (Berlin-Kreuzberg)